
05.04.22 –
Als Ratsmitglieder üben wir gemäß Gemeindeordnung unser Amt nach freier, nur durch die Rücksicht auf das Gemeinwohl bestimmter Gewissensüberzeugungen aus. Wir folgen also unseren eigenen Meinungen und unserer eigenen Moral und treffen eigene Entscheidungen.
In der Ratsarbeit zeigt sich manchmal, das Moral zwischen Zeit, Ort und Person sehr veränderlich erscheint.
So wurde im Rat eine Stärkung des Beirats für Migration und Integration gefordert (und zuletzt eine Satzungsänderung dazu beschlossen), die Vorsitzende des Beirats selbst hat sich aber nicht ausreichend eingebunden gefühlt. Ein Bischof hat in seiner Amtszeit den Missbrauch von Kindern vertuscht und darf trotzdem seinen Platz behalten, die Stadt Trier hat mehrere hundert Jahre der Kirche für Hexenverbrennungen Geld gezahlt. Frauenrechte werden immer wieder als uneingeschränkt wichtig anerkannt, ein Schwangerschaftsabbruch ist in Trier aber nicht möglich.
Alles in allem kann man froh sein, dass ukrainische Geflüchtete relativ unkompliziert aufgenommen werden, während letztes Jahr noch die Worte „2015 darf sich nicht wiederholen!“ zu hören waren.
Die Entscheidungen basieren nicht auf einer universellen Moral, sondern wir alle werden von unseren eigenen Ansichten und Überzeugungen beeinflusst. Und trotzdem muss die Frage immer wieder erlaubt sein: Was für eine Welt wünschen wir uns und welchen Idealen folgen wir?
Als Grüne wünschen wir uns eine gerechte und solidarische Welt. Gerechtigkeit zwischen Geschlechtern, Menschen verschiedenster Herkunft und Lebensweisen, Generationen und vielem mehr. Und wir freuen uns über alle, die sich dem anschließen, im Rat und in der Gesellschaft.
Tobias Törber
Kategorie
Gender | Gesundheit | Kinder/Jugend | Rathauszeitung | Stadtratsfraktion
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