
15.03.23 –
Die Stadtratsfraktion von B90/Die Grünen reagiert erleichtert auf die Nachricht, dass vorerst beide Galeria Kaufhof Filialen in Trier erhalten bleiben. Eine zeitnahe Schließung von einer bzw. zwei Filialen hätte für die Trierer Innenstadt unübersehbare negative Auswirkungen.
„Gleichzeitig ist dies aber nur ein zeitlicher Aufschub“, sagt Richard Leuckefeld, Stadtrat und Sprecher für Einzelhandelsfragen der Grünen Fraktion. „Das alte Kaufhauskonzept ist tot. Wer Einzelhandelsfläche an diesen Standorten erhalten will – zumindest in Teilen – muss neue Wege gehen.“ Diese neuen Wege seien zurzeit im Galeria-Kaufhof-Konzern noch nicht sichtbar.
Leuckefeld erinnert daran, dass in den drei Kaufhäusern in Trier einmal annähernd 1400 Menschen beschäftigt waren. Heute sind es in den beiden verbleibenden Häusern zusammen noch 150. Dieser radikale Abbau an Arbeitskräften und damit verbunden der Serviceleistungen sei mit ein Grund des Niedergangs der Kaufhäuser. Einhergehend damit war die Umwandlung der Kaufhauskonzerne von traditionellen Handelsunternehmen in die Besitzverhältnisse von Immobilienspekulanten ausschlaggebend. „Wenn nun angekündigt wird, dass von den 150 Stellen in Trier weitere abgebaut werden sollen“, so Leuckefeld, „ist das ein Zeichen dafür, dass der weitere Untergang vorprogrammiert ist.“
Neue Wege zu gehen, gelte auch für die Belebung des leerstehenden Karstadthauses, sagt Leuckefeld. „Eine Rückentwicklung zu einem Kaufhaus ist undenkbar.“ Dieses Objekt benötige dringend einen erfahrenen Projektentwickler. Der jetzige Besitzer „Demire“ sei lediglich ein Unternehmen das mit Immobilien handelt oder sie verwaltet. „Neue Ideen sind von dieser Seite nicht zu erwarten“, sagt Leuckefeld. „Das ist auch der Grund, warum es an dieser Stelle nicht weitergeht.“
Richard Leuckefeld
Sprecher für Einzelhandel und Wirtschaft
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