Grüne wollen Stadt Trier für die Zukunft fit machen

Die Trierer Stadtratsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen startet mit zwei Anträgen nach der Sommerpause: in der Sitzung des Trierer Stadtrats am Dienstag, dem 22. September, werden sie zum einen die Stadtverwaltung zur Umsetzung eines „Maßnahmenkatalogs zur Linderung der Klimafolgen in der Stadt Trier“ auffordern. In einem weiteren Antrag werden sie eine einjährige „Testphase zur Aufwertung der Römerbrücke“ beantragen.

19.08.20 –

Mit 38,6 Grad ist am 9. August am Petrisberg in Trier die bundesweit höchste Temperatur des bisherigen Jahres gemessen worden. Aber auch an weiteren Tagen haben die Trierer Messstationen den täglichen Hitzerekord geknackt. In den Straßen der Innenstadt dürfte es sogar noch einige Grade heißer gewesen sein. Denn die Stein- und Betonflächen der Gebäude, Plätze und Straßen heizen sich bei Sonnenschein stark auf.

„2020 ist das dritte Dürrejahr in Folge“, erklärt Anja Reinermann-Matatko, Vorsitzende der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Trierer Stadtrat. Aus diesem Grund habe ihre Fraktion für die nächste Sitzung des Trierer Stadtrats am Dienstag, dem 22. September, den Antrag „Maßnahmenkatalog zur Linderung der Klimafolgen in der Stadt Trier“ eingereicht. Darin fordern die Grünen die Stadt auf, Vorbereitungen zu treffen, um bei künftigen Hitzesommern das Leben in der Stadt Trier für Menschen, Flora und Fauna zu erleichtern und Konzepte zu entwickeln, wie das öffentliche und private Stadtgrün fit für die Zukunft gemacht werden kann.

Die Niederschläge von Oktober bis Juni reichen nicht aus, um die heißen Sommerwochen zu überbrücken. Schon jetzt ist an Bäumen sichtbar, dass die Umwelt mit den Herausforderungen durch Dürre und Hitze nicht zurechtkommt. „Trockenheit setzt Trierer Stadtbäumen zu“, meldete gerade erst das städtische Presseamt. „Wir haben leider bereits ein paar Ausfälle an Jungbäumen zu beklagen. Große Probleme gibt es vor allem bei Birken“, sagte jüngst Christian Thesen, Sachgebietsleiter bei StadtGrün Trier. Das Amt rief die Bürger um Unterstützung bei der Versorgung der Bäume im Sommer auf. Erste Gemeinden in Deutschland melden Wasserknappheit und rationieren den Wasserverbrauch.

„Diese Ereignisse sind nur ein Vorgeschmack dessen, was uns in den nächsten Jahren erwarten wird“, befürchtet Reinermann-Matatko, die als Direktkandidatin für die Landtagswahl 2021 für die Grünen im Wahlkreis Trier ins Rennen geht. „Wir müssen hier in Trier nun dringend Maßnahmen treffen, um uns auf die deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten und um deren Folgen abzumildern.“

Klimagerechte Maßnahmen sind, so die Grünen, auch beim Thema „Mobilität“ geboten. Der Ausbau einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur wie ÖPNV, Rad- und Fußwege bringe zudem Verbesserungen in den Bereichen Luftqualität – immens wichtig besonders an heißen Tagen-, Lärm und Flächenverbrauch. Wie das aussehen könnte, haben die Trierer Bürger*innen und auch die Tourist*innen vom 27. Juli bis Mitte August wahrnehmen und erleben können – eine Baustelle machte es möglich.

„Die Römerbrücke wurde in den vergangenen Wochen von zahlreichen Menschen gesäumt und zum Aufenthalt genutzt, egal ob zu Fuß oder auf dem Rad“, berichtet Michael Lichter, stellvertretender Fraktionssprecher. Gleichzeitig sei das befürchtete Verkehrschaos ausgeblieben, das von vielen Bedenkentragenden immer wieder als zentrales Argument ins Feld geführt worden sei.

„Wir wollen diese positiven Erfahrungen nutzen, um die Auswirkungen einer Sperrung des UNESCO-Weltkulturerbes in einer einjährigen Testphase über alle Jahreszeiten hinweg zu beobachten und zu analysieren“, erklärt Lichter. Deshalb beantragt die Fraktion eine „Testphase zur Aufwertung der Römerbrücke".

Bereits im Mai 2015 hatte die Grüne Ratsfraktion einen Antrag eingebracht, der eine autofreie Römerbrücke zum Ziel hatte. „Aufgrund der damaligen Bedenken, dass dies verkehrstechnisch nicht ohne weitere Maßnahmen umsetzbar ist, haben wir damals im Sinne der Ratsmehrheit eine konkrete Zeitvorgabe aus dem Antrag gestrichen“, berichtet Reinermann-Matatko, damalige Antragstellerin. „Nun haben sich jedoch die Voraussetzungen geändert: Seit 2015 erleben wir einen Hitzesommer nach dem anderen, Trier hat den Klimanotstand beschlossen.“ Die dreiwöchige Sperrung der Verkehrsverbindung zwischen den westlichen Stadtteilen und der City habe gezeigt, dass eine Mobilitätswende von den Menschen angenommen werde.

Eine autofreie Römerbrücke würde dem UNESCO-Weltkulturerbe seine historische Bedeutung zurückgeben, ist sich Lichter sicher. „Daneben wollen wir die Römerbrücke und den angrenzenden Bereich mit ergänzenden Maßnahmen aufwerten.“

Kategorie

Mobilität | Pressemitteilung | Stadtratsfraktion | Umwelt

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