12.05.26 –
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
für die Sitzung des Trierer Stadtrates am 12.05.2026 stellen die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP folgenden Antrag:
Der Stadtrat möge beschließen:
1. Die Verwaltung, beispielhaft vertreten durch die Stabsstelle Umwelt und Mobilität, wird beauftragt ein Konzept zur Regulierung der Population der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) zu entwickeln und umzusetzen. Das Konzept soll sich am Vorgehen im Landkreis Trier-Saarburg orientieren und insbesondere folgende Bestandteile umfassen:
• Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit,
• Monitoring zur Bestandserhebung (insbesondere zum Jahresende bzw. Jahreswechsel),
• Maßnahmen zur Populationsregulierung,
• fortlaufendes Monitoring zur Bewertung der Populationsentwicklung.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, möglichst im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel und Personalressourcen, die Beseitigung der bis Mitte/Ende November 2026 festgestellten Sekundärnester im Gebiet der Stadt Trier finanziell zu bezuschussen. Dabei ist die personelle Ausstattung ohne Stellenmehrung zu berücksichtigen.
3. Für das Haushaltsjahr 2027 werden folgende Zuschüsse festgelegt:
• 100 € für die Beseitigung von Primärnestern,
• 150 € für die Beseitigung von Sekundärnestern,
• zusätzlich 250 €, sofern der Einsatz eines Hubsteigers erforderlich ist.
4. Im Haushaltsentwurf 2027 sind 9.000 € für Maßnahmen zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse einzuplanen. Diese Mittel dienen insbesondere bei Entfernung:
• als Bezuschussung von ca. 50 Primärnestern,
• als Bezuschussung von ca. 10 Sekundärnestern,
• der Finanzierung von ca. 10 Hubsteigereinsätzen.
5. Das Konzept ist fortzuschreiben und regelmäßig zu evaluieren. Auf Grundlage der Ergebnisse sind bei Bedarf Haushaltsmittel für die Folgejahre einzuplanen.
6. Zur Umsetzung der Maßnahmen wird eine möglichst unbürokratische und praxisnahe Abwicklung angestrebt. Dies betrifft insbesondere die Antragsstellung sowie die Auszahlung der vorgesehenen Zuschüsse. Die Verfahren sollen so ausgestaltet werden, dass eine schnelle Meldung und Beseitigung von Nestern ermöglicht wird und keine vermeidbaren administrativen Hürden entstehen. Hierzu gehört insbesondere eine einfache Nachweisführung durch die ausführenden Personen oder Fachfirmen sowie eine zeitnahe Auszahlung der Zuschüsse nach erfolgter Maßnahme. Ebenso soll ein digitales Verfahren unter Berücksichtigung von KI entwickelt oder von anderen Kommunen übernommen werden.
7. Perspektivisch soll die Verwaltung prüfen, inwieweit die Aufgabe mit dem Ziel eines effizienten Ressourceneinsatzes mit dem Landkreis gebündelt werden kann (Vergleiche Gesundheitsamt oder Veterinäramt).
Begründung:
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive, gebietsfremde Art aus Südostasien, die sich seit ihrer Erstfeststellung in Europa im Jahr 2004 stark ausgebreitet hat. In Deutschland wurde sie erstmals 2014 nachgewiesen und ist inzwischen in Rheinland-Pfalz als etabliert einzustufen.
Rechtlich erfolgt die Einordnung im Rahmen der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über invasive gebietsfremde Arten. Mit der Einstufung als etablierte Art ist eine vollständige Ausrottung nicht mehr realistisch. Entsprechend ist eine flächendeckende staatliche Finanzierung von Ausrottungsmaßnahmen nicht mehr vorgesehen, sodass kommunale Strategien zur Eindämmung zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Gefahrenlage
Landwirtschaft und Imkerei:
Die Asiatische Hornisse jagt gezielt Honigbienen vor den Bienenstöcken. Dies kann zu erheblichen Belastungen für Bienenvölker führen und wirkt sich mittelbar negativ auf die Bestäubungsleistung und landwirtschaftliche Erträge aus.
Biodiversität:
Als opportunistische Prädatorin erbeutet sie zahlreiche Insektenarten und kann dadurch zusätzlichen Druck auf bereits rücklaufige Insektenpopulationen ausüben.
Gesundheit und öffentliche Sicherheit:
Insbesondere im Umfeld von Nestern kann die Art ein ausgeprägtes Verteidigungsverhalten zeigen. Sekundärnester in Siedlungsnähe oder in öffentlicher Infrastruktur können daher ein relevantes Risiko darstellen.
Erforderlichkeit kommunalen Handelns
Da eine vollständige Beseitigung nicht mehr möglich ist, liegt der Schwerpunkt auf Eindämmung, Kontrolle und Schadensminimierung.
Ein zentraler Baustein ist die Öffentlichkeitsarbeit, die der Sensibilisierung der Bevölkerung und der Verbesserung der Meldebereitschaft dient. Da viele Nestfunde durch Bürgerinnen und Bürger erfolgen, ist deren Einbindung wesentlich für eine effektive Bekämpfung.
Ergänzend ist ein systematisches Monitoring erforderlich, um Verbreitung und Populationsentwicklung zu erfassen und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu bewerten. Dies ermöglicht eine zielgerichtete Steuerung der Maßnahmen sowie einen effizienten Mitteleinsatz.
Fazit
Die Kombination aus Öffentlichkeitsarbeit, Monitoring und finanzieller Unterstützung der Nestbeseitigung stellt einen sachgerechten und verhältnismäßigen Ansatz dar, um die Auswirkungen der Asiatischen Hornisse im Stadtgebiet Trier zu begrenzen und zugleich die verfügbaren Ressourcen effektiv einzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen
Norbert Freischmidt
CDU-Fraktion
Dr. Anja Reinermann-Matatko
Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen
Tobias Schneider
FDP-Fraktion
Kategorie
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