
28.06.22 –
Kennen Sie das auch? Sie lesen ein Wort, eine Redewendung oder Phrase und sind total begeistert über die Reichhaltigkeit der deutschen Sprache. Ich freue mich auch jedes Jahr darauf, wenn die Gesellschaft für deutsche Sprache wieder ihr Wort des Jahres kürt. Im Jahr 2018 war es die „Heißzeit“, die die Herausforderungen der Klimakrise bildlich greifbar macht.
Im gleichen Jahr haben wir als Stadt Trier den Flächennutzungsplan 2030 (kurz FNP) verabschiedet. Im Kapitel fünf des FNP findet sich zu den Zielen für den Bau von Windkraftanlagen die tolle Formulierung, dass diese in einer „sektoralen Teilfortschreibung“ festgelegt werden sollen. Dies sei notwendig, da die Landesregierung die Rahmenbedingungen im Landesentwicklungsprogramm (kurz LEP IV) geändert habe.
Vier Jahre später wurden zur Sicherung der Energieversorgung die Landesziele erneut angepasst. Und wir schreiben fleißig weiter sektoral teilfort. Das tut nicht nur beim Lesen weh, sondern wirft uns bei der Bekämpfung der Klimakatastrophe zurück.
Eine schnelle Energiewende ist auch, wie sich gerade wieder zeigt, aus sicherheitspolitischen Gründen notwendig. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und Diktatoren zu reduzieren. muss auch lokal vorangetrieben werden. Jetzt muss gehandelt werden, oder um eine nette Redewendung zu gebrauchen: Wir müssen in die Puschen kommen.
Thorsten Kretzer
Energiepolitischer Sprecher
Kategorie
Energie | Klima | Rathauszeitung | Stadtratsfraktion | Umwelt
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