
25.08.26 –
Sommer 2026 in Trier, aber auch ansonsten in weiten Teilen Europas: Hitzerekorde, tropische Nächte, gelbe Rauchschwaden in der Luft. Man könnte meinen, mehr Alarmsignale bräuchte es nicht: wir überhitzen unseren Planeten mit ganz konkreten negativen Auswirkungen vor Ort. „Global denken, Lokal handeln“ ist das Motto der Lokalen Agenda 21 seit vielen Jahren. Weil Wissenschaftler seit ebenso vielen Jahren davor warnen, dass wir vor Ort handeln müssen, um der globalen Klimaerwärmung entgegenzuwirken, sie zumindest nicht weiter beschleunigen. Und damals wie heute gibt es Menschen, die leugnen, dass die Klimaerwärmung auch durch den Menschen forciert wird. Sie leugnen, dass das eigene Handeln dazu beitragen kann, die Klimaerwärmung zu verlangsamen. Angesichts der gelben, beißenden Rauchschwaden über dem Moseltal frage ich mich da echt: was ist nur mit diesen Menschen los? Was ist da kaputt?
Manches bewegt sich seitdem in Kommunen. Aber wie wir auch im Sommer 2026 sehen: bei Weitem noch nicht genug, um die Klimaerwärmung endlich zu verlangsamen. Auch in Trier haben wir nun ein paar mehr Wasserspender in der Stadt, ein paar Sitzinseln. Bei der Umgestaltung von Grünflächen werden hitzeresilientere Bepflanzungen vorgenommen. Hier und da fällt auch das Stichwort „Schwammstadt“: es geht darum, das Oberflächenwasser möglichst im Gebiet zu halten.
Im Hitzeaktionsplan der Stadt, der nun im Stadtrat verabschiedet wird, geht es um Maßnahmen vor Ort zur Klimawandelanpassung. Wir müssen darauf achten, dass nicht nur die Maßnahmen umgesetzt werden, die darauf abzielen, das Leben in der Hitze etwas erträglicher zu machen. Wir brauchen Maßnahmen, die Hitze gar nicht erst entstehen lassen. Dazu gehört ein Umdenken bei der Alltagsmobilität: jeder Weg, der zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder der Bahn zurückgelegt wird, trägt zum Klimaschutz bei. Dazu gehören klimaangepasste Neubauten: bislang gibt es in Trier nur Dachbegrünungen. Fassadenbegrünung ist hier nicht angekommen. Unsere Stadt heizt sich auf, weil sie viel zu viel Stein und zu wenig Grün in den Wohn- und Einkaufsquartieren hat. Wir müssen handeln, alle und sofort.
Dr. Anja Reinermann-Matatko
Sprecherin für Mobilität und Umwelt
Kategorie
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