Trierer Aktionsbündnis ruft zu Menschenkette auf!

10.02.22

Das Trierer Aktionsbündnis „Trier hält zusammen“ ruft für Samstag, 12. Februar, zu einer Menschenkette durch die Trierer Fußgängerzone von der Simeonstraße bis zu Viehmarktplatz auf. „Wir wollen mit der Menschenkette ein klares Zeichen setzen FÜR einen gesell­schaftlichen und demokratischen Zusammenhalt angesichts dieser Pandemie“, erklärt Hans-Jürgen Bucher, Co-Vorsitzender der Lokalen Agenda Trier, eine der Gruppen im breit aufgestellten Aktionsbündnis „Trier hält zusammen“ dem inzwischen 45 Gruppen, Gewerkschaften, Unternehmen und demokratische Parteien angehören. Ziel sei es, dass die große Mehrheit der Bevölkerung sichtbar werde, die Rücksicht übe und sich für ein solidarisches Miteinander einsetze, die sich an Corona-Schutzmaßnahmen halte und sich soweit möglich auch impfe.

Die seit zwei Jahren anhaltende Pandemie zehrt an unseren Kräften. Am stärksten trifft es alle, die Tag für Tag in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Praxen gegen Corona ankämpfen – und es trifft vor allem jene, die persönlich unter der Pandemie leiden müssen. Nicht jede der Corona-Maßnahme ist schlüssig, nicht jede Ent­scheidung ist nachvollziehbar oder gerecht. Unser Leben ist nach wie vor eingeschränkt, viele kämpfen mit existentiellen Problemen. Sozial marginalisierte Menschen wie Geflüchtete, Leih­ar­bei­ter*innen und Obdachlose treffen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie besonders stark. Ihnen gilt unsere Solidarität.

„Mit unserer Menschenkette grenzen wir uns klar ab von den rechtsautoritären und verschwörungs­ideologischen Inhalten, die bei Spaziergängen oder Kundgebungen von Kritiker*innen von Corona­schutz-Maßnahmen wie dem ‚Team Freiheit Trier‘ verbreitet werden“, betont Alice Koller vom Verein Für ein buntes Trier – gemeinsam gegen Rechts. „Auch ohne offensichtliche Nazis liegen diesen Demon­stra­tio­nen von Anfang an eine gefährliche Mischung aus Demokratie- und Wissenschafts­feindlichkeit bis Antisemitismus zugrunde. Wer den Staat als ‚krank‘ und als ‚Coronadiktatur‘ bezeichnet, bedient rechtspopulistische Denkmuster und verlässt den demokratischen Diskurs.“

Das Aktionsbündnis „Trier hält zusammen“:

• Setzt sich ein uns ein für mehr Mitmenschlichkeit und gegenseitige Rücksichtnahme, statt der Berufung aufs Widerstandsrecht mit Holocaustverharmlosung u. Gewaltaufrufen.

• steht für Vertrauen in wissenschaftliche Arbeit und Medizin, statt Verschwörungs­denken und Wissenschaftsfeindlichkeit.

• setzt auf eine vielfältige Gesellschaft und eine Weiterentwicklung der Demokratie statt absurde Diktaturvergleiche und demokratiefeindliche Äußerungen, die gesellschaftlichen Institutionen die Daseinsberechtigung absprechen.

• befürwortet eine Demokratisierung des Gesundheitssystems, statt einer Priorisierung der Wirtschaft gegenüber der Gesundheit und ihrer Vermarktung.

• Steht für gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion Aller, statt für egoistische Selbst-ermächtigungsfantasien.

• Will intensive gesell­schaftliche Debatten, die uns alle weiterbringen, statt selbstbezogenen Forderungen nach Feier- und Konsumfreiheit sowie der Selbst-inszenierung als Opfer der Corona-Schutzmaßnahmen.

„Wir wissen, dass es beim ‚Team Freiheit Trier‘ auch Aufrufe gab, sich an unserer Menschenkette zu beteiligen“, ergänzt Markus Pflüger von der AG Frieden Trier. „Wir haben klargemacht: Sie sind unerwünscht und werden als Störung einer friedlichen Menschenkette betrachtet.“ Pflüger kritisiert insbesondere die „unsäglichen Holocaustvergleiche der sogenannten Querdenker. Wenn sich Menschen aus diesem Spektrum an der Menschenkette beteiligen und dies eine Provokation sein soll, werden wir dem entschieden begegnen.“

„Wir begrüßen es, wenn Menschen ihre einseitige Desinformations-Blase verlassen und damit selbstkritisch zugeben, dass sie sich bisher geirrt haben“, sagt Pflüger. „Wir freuen uns, wenn sie künftig ein solidarisches Miteinander mit Rücksicht, konkret Mund-Nasenschutz-Masken, Schnelltests und auch Impfen für sinnvolle Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie mittragen und unterstützen.“

Organisatorisches:

Ab 14 Uhr: Aufstellung der Menschenkette, Sammelpunkte: Simeonstraße (Höhe Sparkasse), Hauptmarkt, Brotstraße (Höhe Blaue Hand), Viehmarkt. An den Sammel-punkten werden die Bänder und Plakate für die Menschenkette verteilt, und es erfolgt eine Einreihung in die Kette durch unsere Ordner:innen. Um 15 Uhr wird die Menschenkette bis 15.15 Uhr geschlossen. Dann gehts zum Viehmarktplatz

Ab 15.30 Uhr: Abschluss-Kundgebung - Redner*innen sind:

• Klaus Jensen

• Dr. med. Christian Sprenger, med. Geschäftsführer Klinikum Mutterhaus

• Br. Peter Berg, Regionalleiter BBT-Gruppe, Krankenhaus-Barmherzige Brüder

• Alexander Schewerda, DFKI - Deutsches Forschungszentrum für KI, Uni Trier

• Paul Nachtwey, Beitrag zur Sozialpsychologie der Impfgegner/Querdenker

• Dieter Burgard, Antisemitis­mus- Beauftragter der Ministerpräsidentin

• Hildegard Slabik-Münter, Kinderärztin

• Wim Negelen, Internationaler Bund

Dazu Musik von Mohamed Kushari und der POLONGO-Trommelgruppe

Der Aufruf des Aktionsbündnisses „Trier hält zusammen“ wird unterstützt durch: Für ein Buntes Trier – gemeinsam gegen Rechts, AG Frieden, Lokale Agenda 21, Multikulturelles Zentrum, Katholische Arbeit­nehmer:innen Bewegung im Bistum Trier, Bündnis 90/ Die Grünen Stadt Trier, Die Linke Trier, SPD Trier, UBT, Grüne Jugend Trier-Saarburg, Linksjugend ́solid, Trierer Jusos, AStA Uni Trier, Asta Hochschule Trier, TUFA, KSJ Trier, S4F Trier, FFF Trier, XR-Trier, Pro Familia, Antiatomnetz Trier, Mergener Hof e.V. (mjc von 1617), Internationaler Bund, Verein Kultur­graben e.V., Jugendzentrum ‚auf der Höh‘ am Weidengraben, Creadiva, alta4 AG, Schmit-z e.V., Palais e.V., Kulturverein villaWuller e.V., Fanprojekt Trier, Sredna, DFG-VK Trier, Bildung fördert Entwicklung e.V., DGB, IG Metall, Verdi, Verdi Jugend Saar-Trier, NGG, IG BAU, IG BCE, GdP, GEW, EVG, JuPa – Trierer Jugendparlament. (Stand 9.2.2022) Weitere Unterstützer werden bei Buntes Trier dokumentiert.

Weitere Informationen und der ganze Aufruf: buntes-trier.org und www.agf-trier.de

 

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Demokratie/Teilhabe Gesundheit Stadtverband

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