Eine bedeutende Botschaft - auch für die heutige Zeit

02.02.23 –

Rede von unserer kulturpolitischen Sprecherin Nicole Helbig in der Stadtratssitzung am 1. Februar 2023 zu der städtischen Vorlage „Landesausstellung 2025: Marc Aurel. Die Sehnsucht (Frage) nach 'Guter Herrschaft'“:

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrter Stadtvorstand,
liebe Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat,

 

ein neues kulturelles Highlight unseres römischen Erbes wirft seine Schatten voraus.

Die für 2025 angekündigte Landesausstellung zu Marc Aurel und die damit verbundene Beteiligung des Stadtmuseums Simeonstift geben Einblicke in Leben, Herrschen und Philosophie des Kaisers. Als einer der letzten kaiserlichen Philosophen und bekannter Anhänger des Stoizismus, dessen Philosophie auf der Überzeugung basierte, dass das Leben durch Vernunft und Selbstbeherrschung gestaltet werden sollte, bietet sich eine genauere Betrachtung seiner Herrschaft und seines Einflusses über die Jahrhunderte bis in unsere heutige Zeit, an.

Eine gute Herrschaft bestehe demnach darin, dass der Herrscher die Tugenden, die er predige, auch selbst lebe und verkörpere. In seinem bekanntesten Werk, den „Meditationen“, beschreibt er, wie man ein erfülltes und glückliches Leben führen kann, indem man seine Gedanken und Emotionen beherrscht und sich auf das Hier und Jetzt konzentriert.

Diese Philosophie hat bis heute eine starke Anziehungskraft und viele moderne Philosophen, Psychologen und spirituelle Lehrer haben sich von ihr inspirieren lassen. Seine Ideen über die Selbstbeherrschung, die Akzeptanz des Schicksals und die Verantwortung gegenüber anderen Menschen sind immer noch relevant und werden oft in heutigen Ratgebern und Selbsthilfebüchern zitiert.

Seine stoische Haltung kann auch als Reaktion auf die Herausforderungen des Lebens verstanden werden. In einer Zeit, in der Krieg, Krankheit und Tod allgegenwärtig waren, betonte er die Bedeutung, eine innere Ruhe und Gelassenheit zu bewahren, um mit den Schwierigkeiten des Lebens umzugehen.

Diese Botschaft ist auch für die heutige Zeit von Bedeutung, in der es oft schwer ist, die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen. Indem man lernt, sich selbst zu beherrschen und das Schicksal zu akzeptieren, kann man ein glücklicheres und erfüllteres Leben führen.

 

 

 

Antike und Moderne.

Zwei Begriffe, die zwei weit voneinander liegende Zeiträume erfassen und doch zuweilen ineinander übergehen.

 

Seit der Renaissance hat man sich periodisch immer wieder mit der Antike befasst. Ob griechische Philosophie, römisches Recht oder auch römisch-christliche Religion, sie bilden die Grundlage unserer Kultur.

Selbst auf dem amerikanischen Kontinent wurde im 18. Jh., während der Gründungsphase der Vereinigten Staaten von Amerika, auf die antike Kultur zurückgegriffen. In Staatsbauten wie zum Beispiel dem State Capitol floss die römische Architektur ein. Im politischen Bilderprogramm wurde Washington sogar in der römischen Toga dargestellt.

 

Genau diese Adaption in der Kultur, Kunst und Politik der nachfolgenden Jahrhunderte sind das Thema der Ausstellung des Stadtmuseums.

 

Für unsere moderne Politik, unsere Demokratien, gibt es viele Herausforderungen, die es zu bewältigten gilt. Gerade das Vorbild von Marcus Aurelius zeigt, wie man mit Integrität, Bescheidenheit, Selbstreflexion, Mitgefühl und Standhaftigkeit eine effektive Führung ausüben kann.

War doch seine Herrschaft von Kriegen, Aufständen und einer verheerenden Seuche geprägt. Wir müssen also nicht lange nach Analogien zu unserer heutigen Zeit suchen.

 

In diesem Sinne freuen wir uns auf die nächste Beteiligung unseres Stadtmuseums an einer Landesausstellung in 2025.

 

 

 

 

 

 

Kategorie

Kultur | Reden | Stadtratsfraktion

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