01.04.15 –
Mit einem riesigen Bauprojekt, das Theater, Rathaus und Gymnasium vereint, will sich der scheidende Oberbürgermeister Klaus Jensen in die Geschichtsbücher der Stadt Trier schreiben. Im nichtöffentlichen Teil der letzten Stadtratssitzung hat er über entsprechende Pläne für den Augustinerhof informiert. Er befinde sich bereits in Verhandlungen mit der Entwicklungsgesellschaft ECE. Sein Nachfolger im Amt, Wolfram Leibe, unterstütze das Projekt und werde nach seiner Amtsübernahme die Öffentlichkeit informieren.
„Jensen hat nichts dazugelernt“, empört sich Petra Kewes, Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Trierer Stadtrat und kündigt Widerstand gegen das Vorhaben an. „Wir wollen keinen Mammutbau am Augustinerhof, und schon gar nicht mit ECE! Genauso wie bei dem von Jensen heimlich geplanten Konsumtempel am Viehmarkt werden wir auch jetzt wieder breit mobilisieren. Sollte der Protest nicht fruchten, behalten wir uns einen Bürgerentscheid vor.“
Mit dem riesigen Bau will die Verwaltung drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die Raumnot im Humboldt-Gymnasium beseitigen und in Rathaus und Theater Platz schaffen für ausgelagerte Ämter und Teilbereiche. So zog zuletzt das Schulamt in das ehemalige Katasteramt in der Sichelstraße; der Stadtrat hat bereits im April 2013 die Erstellung eines Verwaltungsflächenkonzepts beschlossen. Auch Teile des Theaters sind über die ganze Stadt verteilt, wie Proberäume oder das Kulissenlager.
Um für alle drei Einrichtungen Platz zu schaffen, soll sich der geplante Mammutbau über den gesamten Augustinerhof erstrecken. Durch den Neubau sollen die Betriebskosten optimiert und jährlich ein sechsstelliger Betrag an Mieten eingespart werden. Mit diesen Argumenten versuchte Klaus Jensen den Rat für sein Vorhaben zu gewinnen. Sogar die Finanzierung des gigantischen Vorhabens habe er bereits geklärt: Mit Triwo und ECE könne Trier mit dem PPP-Projekt drei Probleme auf einmal lösen, sogar die Verträge seien bereits in Vorbereitung.
„Mit uns Grünen ist dieser Monsterbau nicht zu machen“, sagt Dominik Heinrich, Ratsmitglied und Ortsvorsteher in Mitte/Gartenfeld. „Abgesehen davon, dass ein Megabau am Augustinerhof eine wichtige Kaltluftschneise und Lebensraum für bedrohte Tierarten wie die Gelbbauchunke, die moselfränkische Weinameise und die römische Tempeltaube zerstören würde, gefährdet ein Eingriff in das sensible Terrain eine der bedeutendsten archäologischen Stätten in Trier“, warnt Heinrich. Experten vermuten auf dem Gelände bedeutende treverische Siedlungsspuren aus dem 2. Jh. v. Chr., sie gehen sogar davon aus, dass dort Reste eines Epona-Tempels gefunden werden könnten. „Außerdem ist der Hochbunker am Augustinerhof ein bedeutendes Denkmal, das baulich unangetastet bleiben muss und als Gedenk- und Erinnerungsstätte für bauliche Fehlentscheidungen in Trier genutzt werden sollte.“
Die Grünen hatten schon im Kommunalwahlprogramm 2014 mehr Aufmerksamkeit für öffentliche Plätze in der Stadt gefordert und möchten am Augustinerhof einen Park verwirklicht sehen. „Wenigstens einen positiven Aspekt haben diese Planungen“, meint die mobilitätspolitische Sprecherin Dr. Anja Reinermann-Matatko. „Für den Megabau müssen jede Menge Parkplätze weichen.“ Weiter merkt sie an: „Ich könnte mir vorstellen, den Planungen zuzustimmen, wenn die Anbindung des Megabaus an die Höhenstadtteile mittels einer Seilbahn gewährleistet wird.“ Klaus Jensen jedenfalls zeigte sich in der Stadtratssitzung diesem Vorschlag der Grünen gegenüber nicht abgeneigt.
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