06.04.2021

Kommt Radmobilität nicht vom Fleck?

Foto: Mechthild Schneiders

Wieder nur Note 4,2 für Trierer Radwege. So das Umfrageergebnis im ADFC-Fahrradklimatest. Trotz der Zusicherung des Stadtvorstands, mehr für den Radverkehr tun zu wollen. Trotz fruchtbarer Zusammenarbeit von Politik, Verbänden und Verwaltung im Arbeitskreis Radverkehr. Und trotz dem guten Zwischenergebnis der Mobilitätsbefragung, wonach der Radverkehrsanteil bereits von 9 auf 13 % gestiegen ist. Frustrierend. Woran liegt’s?

Es ist nicht so, dass nichts getan würde: Radschutzstreifen in der Kürenzer Straße und der Luxemburger Straße sind aufgepinselt. Die Fahrradgarage am Hauptbahnhof wird immer besser angenommen. Eine „Protected Bike Lane“ auf 200 Metern an der Metternichstraße entsteht ...

Die anhaltend schlechte subjektive Bewertung hängt damit zusammen, dass die Erwartungen der Menschen an eine gute Radinfrastruktur viel schneller steigen als wir in Trier vorankommen bzw. voranmachen.

Erst mal einen Grundsatzbeschluss zu Pendlerradrouten Schweich-Trier-Konz in der kommenden Stadtratssitzung (den wir von der Stadtratsfraktion Bündnis90/Die Grünen selbstverständlich unterstützen), aber bloß nicht zu hohe Erwartungen wecken oder gar konkrete Zeitpläne zur Umsetzung nennen. Erst mal die Bike Lane in der Christophstraße als Modellprojekt, dann zählen, dann auswerten. Zwischenzeitlich abbauen. Noch eine Runde durch den Arbeitskreis. Und dann kommt sie hoffentlich bald permanent.

Lieber Geld für eine zweispurige Aulbrücke, als Mut zur Festlegung von zwei (kostenfreien) Radschutzstreifen auf der Römerbrücke. Es ist zu mühsam und geht zu langsam.

Aber es gibt auch Hoffnung: Der Moselradweg wird beidseitig der Mosel im Stadtgebiet noch dieses Jahr saniert und verbreitert.

 

Ole Seidel

Sprecher für Mobilität

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