10.05.2022

Wir brauchen eine lebendige und lebenswerte Stadt

Foto: Mechthild Schneiders

Trier muss die Innenstadtentwicklung den künftigen Anforderungen und Bedürfnissen der Einwohner und des Tourismus anpassen. Die Innenstadt ist das soziale und kommunikative Zentrum einer Stadt. Menschen treffen sich, verbringen ihre Freizeit, versorgen sich mit Gütern und Dienstleistungen. 

Der Wandel der Zeit betrifft nicht nur Einzelhandel, Tourismus, Gastgewerbe, Kultur und Dienstleister sowie Wohnen und Leben in der Innenstadt. Viele Angebote werden sich in der Zukunft verändern. Durch die Corona-Pandemie beschleunigen sich diese Entwicklungen. Allerdings existierte diese Schwachstelle schon vorher: Expansiver Onlinehandel, vorstädtische Einkaufszentren und austauschbare Massenangebote bedrohen unsere Innenstädte.

Für die Zukunft brauchen wir eine Metamorphose, eine Neuausrichtung, unserer Innenstädte. Eine Möglichkeit dafür sind Mixed-Use-Immobilien und vielfältige Nutzungen zum Beispiel aus Handel, Wohnen, Büro, Handwerk und Kultur als Bestandteile einer modernen Stadtentwicklung. Auch Geschäfte mit modernen Konzepten, ansprechende Restaurants, Cafés und Räume zum Verweilen. Dienstleister wie Ärzte, Banken und Behörden bilden das Rückgrat einer lebendigen Innenstadt. Alle sollten dazu auch digitale Technologien nutzen, um Angebote und Services bis zu den vernetzten Kunden zu bringen.

Zur Umsetzung bedarf es neuer Akteure, kreativer Ansätze und ein investitionsfreundliches Klima. Enge und direkte Kommunikation zwischen allen Beteiligten sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Auch neue Anreize für Besucher, in unsere Innenstadt zu kommen, sind nötig. Die Attraktivität und Funktionalität entscheiden über die Zukunft einer Innenstadt. Um dies zu sicherzustellen, brauchen wir erhebliche Anpassungen, die diese zukunftsorientierten Ansprüche an eine Innenstadt erfüllen: Dazu gehören eine grüne und intelligente Mobilität, eine an den Klimawandel angepasste Innenstadt unter Beachtung unseres kulturellen Erbes und der Bedürfnisse des Tourismus und mehr Wohnraum.

Neben diesen Herausforderungen bietet dieser anstehende Transformationsprozess aber auch viele Chancen. Auch die verbesserte und leichtere Nutzung für Fußgehende und Radfahrende muss dabei mitgedacht werden. Um alle Bürger*innen einer inklusiven Gesellschaft zu beteiligen, benötigen wir daneben auch mehr barrierefreie Angebote. Diese sind auch für unsere alternde Gesellschaft unerlässlich. So fördern wir die Belebung unseres Zentrums.

Wie man sieht, bietet diese Neuausrichtung auf eine multifunktionale Nutzung mit mehr Akteuren viel Abwechslung und Attraktivität. Bei allen Konzeptionen und Plänen müssen auch zeitnah Handlungen erfolgen und sich unsere Innenstadt sichtbar und zukunftsfähig verändern.

Eines dürfen wir aber bei allem nicht vergessen: Eine Stadt braucht Ambiente. Sie muss Geschichten erzählen und Menschen begeistern. Die emotionale Ansprache aller Menschen in einer Stadt und derjenigen, die sie besuchen, ist unerlässlich für eine lebendige und lebenswerte Stadt!

 

Nicole Helbig
Sprecherin für Kultur und Tourismus

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