09.11.2020

Verkehrserziehung während der Pandemie: Fehlanzeige

Auf den Grundschul-Lehrplänen in unserem Bundesland steht ein wichtiges Thema: Verkehrserziehung. Kinder lernen im Rahmen der Verkehrserziehung normalerweise die wichtigsten Verkehrsregeln, sowohl in der Theorie als auch praktisch. Sie machen den „Fahrrad-Führerschein“. Normalerweise. Denn dann kam Corona. Und der praktische Teil der Verkehrserziehung fiel flach.

Wer erinnert sich nicht daran, wie es war, damals, als man selbst auf einem kleinen Rädchen saß, und unter den Augen eines Polizeibeamten ordentlich Abbiegen, Halten und an Hindernissen Vorbeifahren geübt hat? Für manche Kinder wird es kein Problem sein, dass die schulische praktische Verkehrserziehung nun nicht stattfand: Sie lernen das im Elternhaus. Aber nicht in jedem Elternhaus steht Radfahren auf dem Programm.

Es wird viel geredet über die Benachteiligung von Kindern durch die Beschulung während der Corona-Pandemie. Der Wegfall der Verkehrserziehung ist einer der Punkte, der vielleicht kurzfristig als verschmerzbar erscheint. Aber was passiert, wenn nur die Hälfte einer Generation gelernt hat, wie ein regelkonformes Miteinander auf unseren Straßen auszusehen hat?

Für die Mobilitätswende ist die Befähigung der Kinder zum eigenständigen Radfahren ein wichtiger Schritt. Ohne Mobilitätswende erreichen wir die Klimaziele nicht. Dass an den Schulen selbst all das aufgeholt werden kann, was in den letzten Monaten ausgefallen ist, dürfte ein Luftschloss sein. Lösungen sind gefragt, bei denen auch außerschulische Akteure einen Beitrag leisten können.

Unsere Fraktionsvorsitzende und Direktkandidatin zur Landtagswahl Anja Reinerann-Matatko hat das Thema bereits in einem Fachgespräch mit der Lokalen Agenda 21 angesprochen.

Unsere Vorschläge: Vielleicht lässt sich über das Format Zukunftsdiplom nachholen, was an den Schulen ausgefallen ist? Oder starten unsere Verkehrsverbünde, ADFC Trier, VCD Trier, ADAC Trier, eine Initiative, um den Kindern einen sicheren und selbständigen Weg durch unsere Stadt zu ermöglichen?

Die Kinder und das Klima wären sicher dankbar!

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