30.01.2019

Rede zur Vorlage "Sanierung des Theaters Trier"

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrte Anwesende,

 

von unserer Seite gibt es nicht viel zu der heutigen Verwaltungsvorlage zu sagen. Sie ist stimmig, und trägt dazu bei, das Theater für die Stadt Trier

zu erhalten. Von daher gilt unser Dank der Verwaltung für diese Fleißarbeit.

Unsere Fraktion hat sich in der Vergangenheit uneingeschränkt für das Theater eingesetzt und wir werden der Vorlage zustimmen.

 

Ein Theater ist nicht nur Ort der Unterhaltung, des kulturellen Genusses,

der intellektuellen Auseinandersetzung sondern dient auch zur Steigerung des Bildungsniveaus und ist auch ein positiver Standortfaktor für die Stadt.

Kurz gesagt - ein Theater strahlt aus!

 

Nun soll nach Willen der AfD ein Bürgerentscheid über diese

Generalsanierung stattfinden. Herr Frisch, ich bin in der Vergangenheit davon ausgegangen, dass ein Bürgerentscheid von den Bürgern ausgeht, und nicht

von einer kleinen Fraktion im Stadtrat, die mit ihren Vorstellungen

gescheitert ist.

 

Apropos Vorstellungen – wie sehen ihre denn aus?

 

Sie beklagen sich heute im TV – das man auf ihre Vorschläge nicht eingegangen ist. Sie haben sich zum Beispiel gegen das 3Sparten-Haus gewandt. Darüber ist lange in den Ausschüssen diskutiert worden, und man hat sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen.

 

Ansonsten kann ich mich nur an einen Vorschlag erinnern, der aus

ihren Reihen kam: Sie wollten das Theatergelände verkaufen, und am Rande der Stadt eine Mehrzweckhalle errichten.

 

Herr Frisch, wie sollen denn die Bürger nach ihrem Willen entscheiden?

Generalsanierung Ja oder Nein. Letzteres bedeutet unweigerlich  die Schließung des Theaters, die sie ja angeblich nicht wollen. 

 

Sie wissen, dass sie mit ihrem Antrag heute nicht durchkommen. Ihnen ist auch der Bürgerentscheid im Grunde egal.

 

Vielmehr wollen sie unter dem Deckmantel der Sanierungskosten, eine kulturpolitische Debatte lostreten.

 

Der AfD ist doch die deutsche Theaterlandschaft und Kulturszene ein Greul. Alles in linker Hand schimpfte eine thüringischer AfD-Landtagsabgeordneter. Natürlich ist das so, denn die AfD steht so weit rechts, dass nur noch links von ihr Platz ist.

 

Welche  Kulturpolitik möchte die AfD?

Sie möchte zurück zur deutschen Romantik, zurück zu den deutschen Klassikern, möglichst werktreu inszeniert. Zurück in den eigenen deutschen Kulturraum. Zurück zur deutsche Eindeutigkeit statt grenzenloser 

Vielfältigkeit.  Kultur als Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher

Komplexität – Nein Danke! Kultur soll zur Findung und Stärkung deutscher Identität dienen.

Das geht soweit, dass die AfD fordert, Theater deren Inszenierungen nicht in ihr völkisch, deutschnationales Kulturbild passen, die Subventionen zu streichen. (Gorki Theater Berlin, Paderborn, Aachen)

 

Und hier schließt sich wieder der Kreis zur Situation in Trier. Über die Kostensituation soll die Existenz des Theaters in der jetzigen Form in Frage gestellt werden.

 

Die AfD bezweckt mit ihrem Antrag die kulturelle Vielfältigkeit in Trier einzuschränken. Es ist nicht zuletzt auch ein Angriff auch die Freiheit der Kunst!

 

Wir lehnen den AfD Antrag ab! 

 

Richard Leuckefeld

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