14.09.2015

Grüne fordern: Bezahlbaren Wohnraum schaffen – Sensible Flächen schonen

Zu dem anstehenden Workshop zum Flächennutzungsplan am 15.09. und der Prüfung der Ausweisung eines Gewerbegebietes bei Herresthal erklärt die Stadtratsfraktion: 

„In Trier gibt es eine große Nachfrage nach Wohnraum, der zu bezahlbaren Preisen befriedigt werden muss. Die Stadt ist jedoch bereits dicht bebaut, die verbleibenden Flächen sind meist wichtig für die Naherholung oder ökologisch sensibel“, so Peter Hoffmann, umweltpolitischer Sprecher der Grünen Stadtratsfraktion. Außerdem müsse bei einer Ausweisung darauf geachtet werden, dass die Verkehrssituation nicht verschärft und zuerst nachverdichtet werde. 

 „Wir haben bereits vor einiger Zeit zusammen mit der CDU eine gute Alternative zum Entwurf der Verwaltung vorgeschlagen. Diese sieht vor, dass Brubacher Hof und die Flächen südlich von Zewen nicht bebaut werden. Eine Bebauung der Flächen in Zewen würde den Wegfall der besten Landwirtschafts- und Naherholungsflächen bedeuten. Eine Bebauung am Brubacher Hof würde die Verkehrssituation insbesondere im Bereich Straßburger Allee und Kaiserthermen erheblich verschärfen. Außerdem würde der Druck auf das FFH-Gebiet Mattheiser Wald zu groß und der Grünzug unterbrochen“, so Hoffmann. 

Das auf der anderen Seite des Waldes gelegene Castelnau II übe zwar auch Druck auf das FFH-Gebiet aus, es sei jedoch eine Pufferzone vorgesehen. Außerdem handele es sich dabei um eine Konversionsfläche und nicht um die Ausweisung auf der „grünen Wiese. So sehen es auch die Umweltverbände“ so Hoffmann weiter. 

Zusätzlich zu dem großen Areal in Castelnau sollen große Flächen in Ruwer-Zentenbüsch ausgewiesen werden. „Hier gibt es keine Widerstände aus der Bevölkerung, der Ortsbeirat hat zugestimmt. Bedingung ist allerdings die vorhergehende Schaffung einer Verkehrsanbindung. Als zusätzliche Fläche haben die Grünen außerdem bereits sehr früh die Bebauung des „Promilleweges“ zwischen Zewen und Euren vorgeschlagen, der einen Lückenschluss herbeiführen und Wohnraum schaffen würde. 

Die Frage ist nicht vorrangig, wie viele Flächen ausgewiesen werden, sondern wie diese bebaut werden. Aus diesem Grund haben wir das nun von allen Fraktionen übernommene Verhältnis von 60 % Mehrfamilienhäusern zu 40 % Einfamilienhäusern vorgeschlagen.“ Aufgrund des nun weiter steigenden Bedarfs durch die dauerhaft aufzunehmenden Flüchtlinge könne man auch nochmal über eine weitere Änderung der Quote zu Gunsten der Mehrfamilienhäuser nachdenken: „Die Flüchtlinge werden keine Einfamilienhäuser brauchen.“ 

Die Vorschläge der SPD werden von den Grünen abgelehnt: „Eine um 25 % reduzierte Bebauung am Brubacher Hof würde die zusätzliche Verkehrsbelastung nur minimal verringern, ein Großteil der Fläche würde trotzdem nicht mehr für die Naherholung der Mariahofer und die Kaltluftentstehung für die Kernstadt zur Verfügung stehen“. 

Die Ausweisung eines größeren Gewerbegebietes wird nicht im Flächennutzungsplan stattfinden. „Wir haben dafür einen Prüfauftrag eingebracht. Es soll festgestellt werden, ob sich Flächen im Bereich der Gemeinde Herresthal dafür eignen“, so Richard Leuckefeld, wirtschaftspolitischer Sprecher der Stadtratsfraktion. „Wir möchten interessierten Unternehmen die Möglichkeit geben, sich stadtnah anzusiedeln. Für die Trierer soll es Arbeitsplätze ohne lange Fahrtwege geben“, so Leuckefeld weiter. Das Areal sei außerdem aufgrund seiner Lage an der Autobahn gut für die Unternehmen geeignet. 

Die geäußerten Sorgen der Anwohner müssen dabei natürlich ernst genommen werden. Außerdem spielen wichtige ökologische Aspekte bei der Entscheidung eine Rolle. „Teure Straßenbauten wie Moselaufstieg und Meulenwaldautobahn machen in dem Zusammenhang keinen Sinn, von uns wird es dafür keine Zustimmung geben. Wir lehnen diese, sinnlosen, schädlichen und überdimensionierten Bauprojekte nach wie vor kategorisch ab!“, so Hoffmann. Sollte die Prüfung zeigen, dass eine Ansiedlung bei Herresthal nicht machbar ist, könnte eine Lösung die Ausweisung eines Gebietes mit dem Landkreis außerhalb von städtischem Gebiet sein. 

Die Vorschläge der SPD sind nach Auffassung der Grünen auch hier unsinnig: Das von der SPD vorgeschlagene Areal Kahlenberg ist ein Naturschutzgebiet, mit anschließendem Wasserschutzgebiet der Kategorie 3. „Nachdem die SPD vor dem letzten Workshop kurzerhand die meisten ihrer Vorschläge von Grünen und CDU abschrieb, folgt jetzt der nächste Fauxpas. Offenbar hat man sich bei der SPD immer noch nicht ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt“, schließt Hoffmann.

 

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