17.12.2009

Erstellung eines Wohnraumkonzeptes für die Stadt Trier

Gemeinsamer Antrag der SPD-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der FDP-Fraktion

 

Antrag

Mit der Erstellung eines Wohnraumkonzeptes für die Stadt Trier soll ein externes Fachbüro beauftragt werden. Dieses Büro soll in Kooperation mit dem Amt für Soziales und Wohnen v.a. folgende Fragestellungen bearbeiten:

  1. Wie ist der bauliche Zustand der ca. 700 städtischen Wohnungen?

  2. Wo ist dringender Handlungsbedarf bzgl. einer Sanierung od. ä. gegeben? Welche geschätzten Kosten sind dazu erforderlich?

  3. Wie setzt sich die Mieterstruktur zusammen (sozialstrukturelle Daten, räumliche Verortung)?

  4. Welche Belegungsstrategien werden für die städtischen Wohnungen angewandt? Gibt es konzeptionell diesbezüglich Verbesserungsbedarf?

  5. Wie ist die Verwaltung des städtischen Wohnungsbesitzes geregelt und wie könnte  sie ggf. optimiert werden?

  6. Welche Möglichkeiten der Veräußerung von Wohnungen (evtl. an die Mieter) sind zu empfehlen?

  7. In welchem Umfang müssen preisgünstige Wohnungen zur Sicherstellung der Wohnungsversorgung für Einkommensschwache vorgehalten werden?

  8. Welche sozialpädagogischen Begleitmaßnahmen sind in diesem Zusammenhang notwendig?

  9. Welche Potentiale zur Entwicklung von gemeinschaftlichem und generationsübergreifendem Wohnen sind im städtischen Wohnungsbestand vorhanden? 

 

Begründung: 

Die städtischen Wohnungen befinden sich zumindest in Teilen in einem sehr desolaten Zustand. Wie vom Amt für Soziales und Wohnen im Sachstandsbericht 2009 bereits dargestellt, entsprechen viele Wohnungen nicht mehr dem aktuellen Standard. Eine Veräußerung von Wohnraum wird von Seiten der ADD zur Konsolidierung des städtischens Haushalts angemahnt. Jedoch ist es für die Stadt Trier auch notwendig, Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen vorzuhalten, um die Wohnraumversorgung sicherzustellen.

In den vergangenen Wochen wurde von Seiten des Sozialdezernats die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zum Thema Städtischer Wohngrundbesitz angekündigt. Dies begrüßen wir, sehen jedoch auch die Notwendigkeit, dass diese Arbeitsgruppe eine aussagekräftige Arbeitsgrundlage braucht, um effizient arbeiten und Entscheidungen über Sanierung, Veräußerung und Verwaltung von städtischen Wohnungen treffen zu können. Aus diesem Grund ist zunächst eine differenzierte Bestandsanalyse zu den oben angegeben Fragestellungen notwendig, die von einem externen Fachbüro in Kooperation mit der städtischen Verwaltung vorgenommen werden sollte. Dabei ist auch die vorliegende Expertise zur Verwaltung des Wohngrundbesitzes der Stadt Trier des Büros Schneider/Kappenstein (1996) miteinzubeziehen.

Als zweiter Schritt sollten aus der Bestandsanalyse und den sozialen Notwendigkeiten herausHandlungsempfehlungen unter finanziellen und sozialen Gesichtspunkten abgeleitet und konzeptionell gefasst werden. Diese Handlungsempfehlungen können der Arbeit der geplanten Arbeitsgruppe, der neben dem Sozialdezernenten/der Sozialdezernentin, dem Amt für Wohnen und Soziales, die sozialpolitischen Sprecher/innen der Stadtratsfraktionen sowie weitere Experten angehören sollten, zugrundegelegt werden und der Vorbereitung notwendiger Entscheidungen zur Umsetzung eines Konzeptes zur Wohnraumversorgung in Trier dienen.

Für die Kosten zur Erstellung des Konzeptes werden 50.000 € im städtischen Haushalt 2010 eingeplant.

 

 

Für die Fraktionen:

Sven Teuber, SPD-Fraktion

Anja Matatko, Bündnis 90/Die Grünen

Thomas Egger, FDP-Fraktion

URL:http://uns-gruener-trier.de/stadtratsfraktion/antraege/einzelansicht-antraege/article/erstellung_eines_wohnraumkonzeptes_fuer_die_stadt_trier/